12. März 2020
Thüringer Vogtland

Konzertabsagen bei der Vogtland Philharmonie

Buschs Klavierkonzert bei der Vogtland Philharmonie

Florence Millet (Foto: Luc Perenom)

Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf die Ausbreitung des Coronavirus gehen auch an der Vogtland Philharmonie nicht spurlos vorbei. So müssen die Anrechtssinfoniekonzerte am 18. und 20. März 2020 in Reichenbach und Greiz abgesagt werden. „Wir haben geprüft, ob oder unter welchen Rahmenbedingungen wir die Konzerte durchführen können, sind aber zu keiner vertretbaren Entscheidung gekommen.“ hieß es aus dem Orchesterbüro. Man sehe sich in diesem Zusammenhang in der Verantwortung für Publikum und Musiker.

Besucher, die ihre Tickets bereits im Freiverkauf erworben haben, können sich diese an der entsprechenden Vorverkaufsstelle rückerstatten lassen. Abonnenten bekommen das ausgefallene Konzert auf ihre Abokarte für die Saison 2020/2021 gutgeschrieben. Fragen dazu können auch direkt an die Vogtland Philharmonie gestellt werden; Tel.: 03765 13470.

Bisher musste die Vogtland Philharmonie zehn Konzerte in den nächsten Wochen absagen. Die betroffenen Termine können über www.vogtland-philharmonie.de abgerufen werden. Das Galakonzert mit Katrin Weber am 14. März 2020 in der Stadthalle Chemnitz wurde auf den 3. Mai 2021 verlegt, jenes am 4. April 2020 im Gewandhaus Leipzig auf den 4. Mai 2021. Über das weitere Vorgehen bzgl. des Konzertausfalls am 15. März 2020 im Ratskellersaal Rodewisch wird die Stadtverwaltung baldmöglichst informieren.

Betroffene Konzertbesucher wenden sich am besten direkt an die Vorverkaufsstelle, in der sie ihre Tickets erworben haben.

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Im Mittelpunkt des 7. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie am Freitag, 20. März, in der Vogtlandhalle Greiz wird um 19.30 Uhr ein Musikereignis von deutschlandweitem Rang stehen: Nach fast einem Jahrhundert des Vergessens wird das Klavierkonzert C-Dur von Adolf Busch seine Wiederaufführung erleben.

Der Komponist war in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einer der berühmtesten Geiger und Kammermusiker Europas. Mit dem Machtantritt Hitlers gab er, angewidert von der aufkommenden Judenverfolgung der Nazis, seine glänzende Karriere in Deutschland auf. Es ist insbesondere das Verdienst der Gastkünstlerin des Konzertabends, Pianistin Prof. Dr. Florence Millet, dieses Werk erstmalig wieder auf eine deutsche Konzertbühne zu bringen. Werke verfemter, verfolgter und ermordeter Komponisten einem breiten Publikum wieder zugänglich zu machen, ist Teil ihrer Initiative im Rahmen des Projekts EchoSpore.

Im sinfonischen Teil des Programms wird Ludwig van Beethovens 8. Sinfonie F-Dur stehen, jene Sinfonie, die es zu Unrecht in ihren Erstaufführungen schwer hatte, sich gegen die großen Botschaftssinfonien durchzusetzen. Noch heute wird sie seltener aufgeführt – trotz Beethovens Hinweis, dass sie „viel besser ist“.

Eingeleitet wird der Konzertabend mit Wilhelm Furtwänglers Ouvertüre Es-Dur op. 3, ein Frühwerk, das der später zu Weltruhm aufsteigende Dirigent als 13-jähriger schrieb.

Die Stabführung obliegt Chefdirigent David Marlow. Ab 18.45 Uhr findet eine Konzerteinführung mit Dr. Wolfgang Horlbeck in der Studiobühne statt.

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