9. Juni 2020
Thüringer Vogtland

Wildbienen-Suite in bester Lage

Insektenhotel vor dem Landratsamt in Schleiz eingeweiht / Naturpark und Naturschutzbehörde werben für Nachahmung im eigenen Garten

Landrat Thomas Fügmann und Christine Kober von der Naturparkverwaltung bei der Übergabe des Insektenhotels. (Foto: LRA)

Schleiz. Dass in Zeiten von Corona auch der Naturschutz nicht vernachlässigt wird, zeigte sich am Montag, 8. Juni, auf der Wiese vor dem Landratsamt. Hier kamen auf Einladung des Landrates Thomas Fügmann hin Vertreter der Naturparkverwaltung „Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale“ und der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes zur Übergabe und Einweihung eines neuen Insektenhotels zusammen –  natürlich aufgrund der derzeitigen Situation mit gebührendem Abstand.

Weltweit, in Europa und auch im Saale-Orla-Kreis nimmt die Insektenvielfalt bedrohlich ab. Die Ursachen sind mannigfaltig. Neben der Chemisierung der Landwirtschaft wirken sich auch die zunehmende Helligkeit in der Nacht, der übertriebene Ordnungssinn in den Gärten und die Verluste von landschaftlichen Strukturen negativ aus.

Um dem Insektensterben zumindest ein wenig entgegenzuwirken, wurde auf Initiative der Unteren Naturschutzbehörde hin und mit tatkräftiger Unterstützung des Naturparks „Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale“ ein geräumiges Insektenhotel mit Einzel- wie auch Mehrbettzimmern und sogar ganzen Suiten geschaffen.

Landrat Thomas Fügmann, zugleich Vizepräsident des Verbandes Deutscher Naturparke, dankt allen Beteiligten für ihr Engagement: „Der Saale-Orla-Kreis setzt auf Natur und unterstützt den Schutz der Umwelt und unserer Heimat. Den Wildbienen und anderen Insekten kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Genau hier gilt es, Voraussetzungen zu schaffen und einen Beitrag zum Schutz dieser Populationen zu leisten. Mit dem Insektenhotel ist ein erster Schritt getan, der hoffentlich viele Nachahmer findet.“

Wildbienen, zu denen auch Hummeln zählen, leben nicht mit ihrem Volk in einem Bienenstock, sondern überall dort, wo sie einen Unterschlupf und Nahrung finden – auch mitten in der Stadt. Daher ist beispielsweise die blühende Wiese vor dem Landratsamt ein idealer Standort für ein Insektenhotel.

„Dabei spielt die Größe des Insektenhotels keine übergeordnete Rolle, denn nicht nur der Unterschlupf, sondern vor allem die Futtermöglichkeiten müssen gegeben sein“, betont Christine Kober von der Naturparkverwaltung.

Wildbienen sind ebenso wie Honigbienen wichtige Pflanzenbestäuber für heimische Nutz- und Wildpflanzen und tragen so zum Erhalt zahlreicher Arten und anderer Lebewesen bei. „Da Wildbienen wesentlich kleiner sind als Honigbienen und ihr Stachel nicht kräftig genug ist, um die Haut des Menschen zu verletzen, kann man ein Insektenhotel guten Gewissens im eigenen Garten aufstellen“, führt Christine Kober weiter aus.

Bleibt zu hoffen, dass das Insektenhotel vor dem Landratsamt Inspiration und Ansporn für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ist, sich ebenfalls am Schutz der Insekten und Wildbienen zu beteiligen und einen Beitrag zum Erhalt dieser gefährdeten Populationen zu leisten.

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