5. Februar 2020
Thüringer Vogtland

Winterzeit oft Einbruchszeit

Wie man seine Gartenlaube vor ungebetenen Gästen schützen kann

Vor unbefugtem Zutritt sollte man Gartenlauben und Keller schützen. Foto: Peter Zielinski

Zuerst die gute Nachricht. Die Einbruchszahlen sind 2018 leicht zurückgegangen. Thüringen hat mit 1,3 Einbrüchen pro 1000 Einwohner zum wiederholten Mal den zweitniedrigsten Wert in Deutschland. „Auch wenn uns diese Nachricht positiv stimmt, im Winter nimmt die Zahl der Einbrüche deutlich zu,“ so Polizeioberkommissarin Katja Ritter von der Landespolizeiinspektion Gera. „Das liegt aber nur an der dunklen Jahreszeit. Da fühlen sich die Täter sicherer.“

Gründe für Einbruch sehr vielfältig

Unbeobachtete Objekte sind natürlich ein leichtes Ziel. Dazu gehört die Gartenlaube in den Kleingartenanlagen. Im Herbst macht der gewissenhafte Gärtner seine Parzelle winterfest. Es wird eingemottet, verpackt und versperrt. Wenn sich dann der Schrebergärtner erst wieder im Frühjahr blicken lässt, spielt er den Langfingern ungewollt in die Hände. Katja Ritter beschreibt das Täterprofil folgendermaßen: „Die Gründe für einen Einbruch sind sehr vielfältig. Beschaffungskriminalität ist ­sicher ein Haupt­motiv. Manche Täter nutzen die Gartenlauben aber auch als Übernachtungsmöglichkeit. Und dann ist da noch der ­psychologische Aspekt. Übermut und Nervenkitzel sind ebenso Motive.“

Einbrüche meist ungeplant

Eine Studie der Universität North Carolina bestätigt, dass 85 Prozent der Einbrüche aus Gründen der Geld- oder Drogenbeschaffung verübt werden. Nur 12 Prozent der Täter gaben in dieser Studie an, den Einbruch geplant zu haben. Die Gartenlaube ist da eine leichte Spiel­wiese für spontane Taten. Keine Nachbarn, die aufpassen. Die Kleingartenanlage ist oft kaum oder gar nicht beleuchtet. Die Sicherheitsvorkehrungen sind meistens auch dürftig. Kein Wunder, dass bei dieser Ausgangssituation das meist benutzte Tatwerkzeug nur ein großer Schraubenzieher ist. Die Beute hingegen kann sich durchaus sehen lassen – ­elektronische Geräte von der Kaffeemaschine über Radios bis hin zum Satellitenreceiver und Flachbildfern­seher. Verschiedene Garten- und Heimwerkerwerkzeuge und – nicht zu vergessen der ein oder andere gute Tropfen, der des Gärtners Mühe am Abend belohnen sollte – sind bei den Dieben begehrt. Selbst wenn kaum ein Gartenbesitzer Bargeld in seiner Laube auf­bewahrt, die erbeuteten Gegenstände lassen sich zu Geld machen. „Wenn es nur um die gestohlenen Dinge ginge, dann wäre das zwar schlimm, aber noch schlimmer ist der einher­gehende Vandalismus“, führt Katja Ritter weiter aus. „Der hat verschiedene Gründe. Einmal ist es der Frust des Täters, nichts erbeutet zu haben. Ein anderes Mal, wenn es sich um Tätergruppen handelt, die sich spontan zur Tat entschieden haben, ist es alkoholbedingtes Randalieren, um sich in der Gruppe hervorzutun.“

Erkennbar machen, dass es nichts zu holen gibt

Um Einbrüche zu ­verhindern, gibt es eine Reihe von Maßnahmen. Zu allererst sollte man seine wertvollen Werkzeuge und elektronischen Geräte nicht über Winter in der Laube lassen. Dann ist es auch gut, dass der Einbrecher erkennt, dass in diesem Objekt nichts zu holen ist. Eine verrammelte Laube mit geschlossenen Fensterläden, die ähnlich einer Festung geschützt ist, lockt den Dieb an. Der vermutet bei soviel Sicherheitsvorkehrung eine reiche Beute. Kommt er nicht zum Zuge oder er findet dann doch nichts Verwertbares, dann steigt die Wut über den fehlgeschlagenen Einbruch und die Gefahr blindwütiger Zerstörung steigt. „Besser ist es, die Laube gut zu ver­schließen, aber gleichzeitig dem Einbrecher auch zu zeigen, hier ist nichts zu holen. Da helfen schon geöffnete Schränke, die sagen, hier ist nichts drin,“ rät Katja Ritter.

Abschreckung ist Mittel zur Straftatverhinderung

Eines der größten Probleme, so Ritter, sei die sehr schlechte Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten. „Wenn die Tat erst nach ein oder gar zwei Monaten entdeckt wird, dann sind die Spuren kaum mehr verwertbar. Zusammenhänge mit anderen Taten herzustellen, wird wesentlich schwieriger. Je frischer die Tat ist, desto größer die Auf­klärungschance.“
Empfehlenswert wäre es, wenn die Gartenfreunde sich auch im Winter regelmäßig in der Anlage sehen lassen. Viele Fußspuren zeigen einem potentiellen Dieb, dass sich auch im Winter Menschen in der Anlage befinden. Warum nicht leckeres Wintergemüse anpflanzen, dann hat man einen Grund, auch in der dunklen Jahreszeit regelmäßig den Garten zu besuchen. Abschreckung ist ein gutes Mittel zur Straftatverhinderung.

Von Peter Zielinski

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