12. Juni 2021
Thüringer Vogtland

Zielkonflikt zwischen Stadt und Land

Hochwasserschutz in Greiz: Parkplatzverlegung sorgt für Diskussion.

Diskussion auf dem Parkplatz Elsterufer. Josef Bollwerk (l.) bringt sein Unverständnis über die geplante Parkplatzverlegung zum Ausdruck. (Foto: gerd Zeuner)

Greiz. Der Neustadtrundgang der Interessengemeinschaft Greizer Neustadt e.V. am Donnerstag stand ganz im Zeichen des Hochwasserschutzes der Stadt. Vereinsvorsitzender Christian Tischendorf konnte zu dem Rundgang zahlreiche Teilnehmer begrüßen. Unter ihnen Bürgermeister Alexander Schulze sowie den für die Umsetzung der erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Weißen Elster verantwortlichen Projektleiter Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft und zwei seiner Mitarbeiter.

Schirmer informierte über Maßnahmen, die noch in diesem Jahr beginnend umgesetzt werden sollen. Dazu gehören Veränderungen der Schutzmauer im Bereich des Elstersteigs und die Errichtung einer rund 300 Meter langen und bis zu zwei Meter hohen Spundwand als Deich neben dem Hauptweg der Gartenanlage Flügelrad am Schützenhaus. Die Vorplanungen für alle Bereiche seien abgeschlossen, so auch für den Abschnitt von der Brücke Mylauer Straße bis zur Hainbergbrücke. Hier soll eine Einstiegsstelle für Kanus und Kajaks entstehen, die Böschung flussaufwärts bis zur Mylauer Straße soll abgeflacht und der Radweg in diesem Bereich bis zur Innenstadt umverlegt und ausgebaut werden.

Abgeschlossen sind die Vorplanungen auch für den Flutkanal, der bei Hochwasser ein Drittel der Wassermenge aus der Weißen Elster durch die Stadt abführen soll, und den Rückbau des Parkplatzes am Elsterufer. Hier sieht die Planung die Schaffung einer „grünen Fuge“ als Auslauffläche vor. Als Ausgleich soll der Parkplatz am Landratsamt erweitert werden. Was heftige Diskussionen der Rundgangteilnehmer hervorrief. So brachte Andreas Brzezinski das Unverständnis aller darüber auf den Punkt, dass ein bestehender Parkplatz, der bereits eine gute Auslauffläche sei, zurück gebaut werden soll, um einen neuer Parkplatz an einer anderen Stelle zu errichten. Josef Bollwerk äußerte Bedenken, dass der neue Parkplatz zu weit vom Zentrum entfernt sei: „Älteren Bürgern und Besuchern der Vogtlandhalle werden zu lange Wege zugemutet.“ Letztendlich befürchten die Händler und Gewerbetreibenden dadurch eine weitere Verödung der Innenstadt. Den Protesten schloss sich der Greizer Bürgermeister an und bat Frank Schirmer dringend, den Wegfall des Parkplatzes am Elsterufer noch einmal zu überdenken. Der Projektleiter verwies darauf, dass er im Auftrag des Freistaates für den Hochwasserschutz beauftragt ist und hier offenbar ein „Zielkonflikt zwischen Stadt und Land“ bestehe. Allerdings versprach er, die Bedenken und Überlegungen der Greizer für die weitere Arbeit einfließen zu lassen.

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