1. Juli 2022
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Martin Bangemann (FDP) gestorben

Freie Wähler erinnern an Spaltung und Affären

Freie Wähler erinnern an Bangemann und Spaltung der FDP

Zum Tode von Martin Bangemann. Freie Wähler erinnern an Spaltung der FDP vor 30 Jahren.

„Mit dem Tod des ehemaligen Wirtschaftsministers und Europapolitikers Martin Bangemann verliert die deutsche FDP nicht nur einen der letzten Zeitzeugen und Befürworter einer Politik, die das Ende der souveränen Nationalstaaten in Europa und die Einführung des Euros kritiklos mitgetragen hatte, sondern auch einen besonders dreisten Lobbyisten, der zu seiner Zeit als Politiker in zahlreiche Verfahren verstrickt war und vom korrumpierten Brüsseler „Politikbetrieb“ in den 1990-er Jahren, schamlos profitierte.“

Mit diesen scharfen Worten kritisierte der ehemalige Kölner FDP-Politiker Torsten Ilg, heute Vorsitzende der Partei Freie Wähler in Köln, die öffentliche „Lobhudelei“ von Finanzminister Christian Lindner im Kölner EXPRESS. Lindner hatte Bangemann als großen liberalen Europäer gewürdigt. Für Torsten Ilg steht der Name Bangemann hingegen eher für die „letzte große Spaltung der FDP“ vor fast 30 Jahren:

„Aus Protest gegen die Fehlentwicklungen im Zuge der Maastricht-Verträge, sowie gegen die Einführung des Euro und die Abschaffung der D-Mark, gründete der ehemalige bayrische FDP-Vorsitzende Manfred Brunner, der zugleich auch ein enger Mitarbeiter von EU-Kommissar Martin Bangemann war, im Jahre 1994 die Partei Bund Freier Bürger (BfB), die in der Folge einige lokale Achtungserfolge erzielen konnte und dafür sorgte, dass die FDP aus vielen Landtagen flog. Martin Bangemann wurde vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl damit beauftragt, den unbequemen „Polit-Rebellen“ Brunner in Brüssel zu entlassen, weil dieser sich scharf gegen den Maastricht-Vertrag gewandt hatte“,

So Ilg in einer aktuellen Pressemitteilung.

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