15. März 2021
Thüringen

Draußen unterwegs: Die nächsten Ausstellungen auf Burg Posterstein drehen sich um Gärten und Reisen

Garten-Einsichten: Tannenfeld_2020-2. (Foto: Museum Burg Posterstein)

Burg Posterstein.  Im Moment ist zwar noch kein konkreter Termin für die Wiederöffnung des Museums Burg Posterstein bekannt. Aber das Museumsteam arbeitet hinter den Kulissen intensiv an den kommenden Ausstellungen. Die geplante Sonderschau „Manege frei! – Das Lindenau-Museum Altenburg zu Gast auf Burg Posterstein“ wurde auf 2022 verschoben.

Ab 2. Mai 2021 zeigt das Museum die Sonderschau #GartenEinsichten: „Wie der Garten, so der Gärtner“ – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft. Die Ausstellung ist der Postersteiner Beitrag zur Ausstellungsreihe „Grün im Quadrat“ der vier Museen im Altenburger Land (Lindenau-Museum Altenburg, Residenzschloss Altenburg, Naturkundemuseum Mauritianum und Museum Burg Posterstein).

Anlässlich des 200. Todestages der Herzogin von Kurland stellt das regionalgeschichtliche Museum Burg Posterstein dann den Maler Ernst Welker in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Denn Welkers Geschichte ist eng mit der der Herzogin verknüpft. Inhaltlich geht es nicht nur um Welkers Kunst, sondern auch um den Salon der Herzogin und um das Reisen in der damaligen Zeit.

Alle Ausstellungen im Überblick

2. Mai – 18. Juli

++Grünes im Quadrat: #GartenEinsichten: Wie der Garten, so der Gärtner++

Die Sonderschau schlägt einen thematischen Bogen von den verschiedenen Gartentypen vom Mittelalter bis ins Heute. Ein besonderes Augenmerk liegt aber auf zwei Gartenformen, die im Altenburger Land besonders hervorstechen: Die Gärten der historischen Rittergüter und die für die Region typischen Bauerngärten.

Anhand von historischen Vermessungskarten, die um 1800 entstanden, kann der Besucher einiges über die Geschichte und die längst vergangene Pracht der Gärten und Parks ehemaliger Rittergüter erfahren. Heute ist kaum zu glauben, dass dort Gartengestaltungen mit Grotten, Wasserkünsten oder Gebäude- und Figurenensembles, die einen Hauch von Antike verbreiteten, existierten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf historischen, noch erhaltenen Bauerngärten. Sie prägen bis heute das Altenburger Land.

Instagramer aus der Region zeigen in Fotos ihren Blickwinkel auf die historischen Gärten. Manche dieser Gärten sind noch heute prachtvoll, andere kaum noch als solche erkennbar. Viele der Gärten sind auf der Webseite des Museums auf einer Karte markiert und somit für jedermann zu finden. Dadurch können sie eigenständig, zumindest von außen erkundet werden.

Die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten

Die Ausstellung möchte auch einen Blick in die Zukunft werfen und zum Nachdenken anregen. Was bedeutet uns das Gärtnern? Welche Art von Gärten wünschen wir uns? Dafür gibt es unter dem Hashtag #GartenEinsichten eine Mitmach-Aktion, zu der alle herzlich eingeladen sind. Die mit dem Hashtag #GartenEinsichten markierten Beiträge in den sozialen Netzwerken fasst das Museum in seinem Blog zusammen und wertet sie aus. Die Beiträge können sowohl die oben genannten Fragen beantworten oder einfach fotografische Einsichten in den privaten Garten oder öffentliche Lieblingsgärten geben.

Grünes im Quadrat – Historische Gärten im Altenburger Land

Die Ausstellung ist Teil einer gemeinsamen Ausstellungsreihe “Grünes im Quadrat – Historische Gärten im Altenburger Land” zum Thema Gärten der vier Museen im Altenburger Land. Mit dabei: Lindenau-Museum Altenburg, Residenzschloss Altenburg, Naturkunde-Museum Mauritianum und Museum Burg Posterstein. Gezeigt werden vier Ausstellungen zum Thema Gärten im Altenburger Land.

Die vier Ausstellungen im Überblick

Museum Burg Posterstein

#GartenEinsichten: „Wie der Garten, so der Gärtner“ – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft 2. Mai bis 18. Juli 2021

Residenzschloss Altenburg

Gartenlust und Parklandschaft – Die Geschichte des Altenburger Schlossparks 21. Mai bis 3. Oktober 2021

Lindenau-Museum im Residenzschloss Altenburg Gärten vor der Linse – Die Gartenstadt Altenburg 21. Mai bis 3. Oktober 2021

Naturkundemuseum Mauritianum

Der Grund des Gartens: Porphyr, Juli bis 31. Dezember 2021

1. August – 14. November: Der Maler Ernst Welker im Salon der Herzogin von Kurland

Reisen des Malers durch Deutschland, Österreich und Italien++

  1. August

Eröffnung: Der Maler Ernst Welker im Salon der Herzogin von Kurland

  1. August
  2. Todestag Anna Dorothea von Kurland

Wir laden ein in die neu gestaltete Dauerausstellung zur Europäischen Salongeschichte.

Davor ist eine Andacht in der Kirche Großstechau geplant.

  1. September

Eröffnung: Ernst Welkers Reisen durch Deutschland, Österreich und Italien

Anlass für diese Sonderausstellung ist der 200. Todestag der Herzogin von Kurland, denn die Geschichte des Malers Ernst Welker (1784-1857) ist eng mit der Herzogin und ihren Töchtern verbunden. Das Museum Burg Posterstein forscht seit über 30 Jahren zum Thema. Den Ausgangspunkt für die Sonderschau bilden 63 Arbeiten des Gothaer Malers Ernst Welker, die das Museum besitzt bzw. die über Dauerleihgaben an das Haus gebunden sind. Im Laufe der Ausstellungszeit ändert die Schau ihren inhaltlichen Schwerpunkt. Sie wird dabei bei laufendem Besucherverkehr umgebaut.

Die Ausstellung

Wilhelmine von Sagan, die älteste Tochter der Herzogin von Kurland, verpflichtete 1816 in Wien den Maler Ernst Welker als Erzieher und Zeichenlehrer für ihre damals 15-jährige Pflegetochter Emilie (von Binzer). Emilie von Binzer unterhielt später in ihren Häusern in Linz und Altaussee selbst musische Kreise und war durch Freundschaften mit den österreichischen Schriftstellern Adalbert Stifter (1805–1868) und Franz Grillparzer (1791–1872) verbunden.

Seine Lehre absolvierte Welker beim Weimarer Kupferstecher und Lehrer an der Fürstlichen Zeichenschule Johann Christian Ernst Müller (1766–1824). Ab 1805 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Im ersten Abschnitt der Sonderschau kann der Besucher an Hand von Aquarellen und Zeichnungen Welkers eintauchen in die Kulturgeschichte des Löbichauer Salons um 1819/20.

Im zweiten Teil lädt das Museum in die neu gestaltete Dauerausstellung zum Salon der Herzogin von Kurland ein.

Im dritten Teil geht es um Reisen durch Deutschland, Österreich und Italien. 1818 reiste Welker zusammen mit den Malern Johann Christian Erhard (1795–1822), Johann Adam Klein (1792–1875) und den Brüdern Friedrich Philipp Reinhold (1779–1840) und Heinrich Reinhold (1788–1825) nach Salzburg und Berchtesgaden, wovon zahlreiche Grafiken und Zeichnungen zeugen. Von 1821 bis 1828 weilte Welker in Rom und kehrte dann nach Wien zurück. Seine Arbeiten wurden dort bis 1850 ausgestellt. Am 30. September 1857 starb er in Wien.

Biografisches über die historischen Personen, geschichtliche Zusammenhänge oder Episoden aus der Italienreise der Herzogin Anna Dorothea von Kurland aus dem Jahr 1785 oder Wilhelmine von Sagans Reise durch Sizilien im Jahr 1825 vervollständigen das Bild dieser Zeit. Leihgaben aus Altenburg, Dresden, Gera, Marbach, Nürnberg und Oberursel sollen die Schau bereichern und vervollständigen. Ein Katalog begleitet die Ausstellung.

Aufnahme Frauenlobs des 2 ten am 8. September in Löbichau 1819, Aquarell, gemalt von Ernst Welker, Museum Burg Posterstein

 

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