11. Juni 2020
Thüringen

Frank Stübner wanderte von Hörschel bis Blankenstein und hat seine Erfahrungen in einem Buch niedergeschrieben

Glücklich über das Geleistete aber sichtlich erschöpft ist Frank Stübner in Blankenstein angekommen. Foto: Frank Stübner

Gut Runst!

Ein Gruß – geprägt vom Rennsteigverein im 19. Jahrhundert – für jene Menschen, die den Rennsteig in voller Länge erwandern. Die 170 ­Kilometer zu Fuß sind eine ­Herausforderung, Frank Stübner stellte sich dieser im Jahr 2019. Mit AA-Redak­teurin Ines Heyer sprach der Friedrichrodaer über sein ­daraus entstandenes Rennsteig-Buch, die Wanderung, Erlebnisse und sein Fazit der sechstägigen Fußreise.

Wie ist die Idee zu diesem Buch entstanden?
Seit meiner Jugend wollte ich ein Buch schreiben. Ich fand, die Rennsteig-Wanderung ist das richtige Thema, um diese Gedanken umzusetzen.

In welcher Beziehung ­stehen Sie zum Rennsteig?
Ich wohne seit 30 Jahren nur wenige Kilometer vom Rennsteig entfernt, habe 28 Mal am Rennsteiglauf, am Marathon sowie Halbmarathon, teilgenommen und bin sehr viel auf ihm gewandert.

Wie haben Sie sich auf diese Wanderung vorbereitet?
Körperlich bin ich fit, ich ­treibe das ganze Jahr über Sport. Bewusst habe ich nur meinen Rucksack mit Wechselsachen und Verpflegung gepackt. ­Ansonsten war mein Ziel, mich treiben zu lassen und zu sehen, was alles passieren kann. Ich hatte keine festen Tagesziele.

Haben Sie einen besonderen Zweck verfolgt?
Ich wollte sehen, wie die ­Natur im Zuge des Klimawandels beschaffen ist, ob die Beschilderung mich nicht in die Irre führt, wie Anschauungstafeln über Geschichte und Natur informieren und natürlich die Tourismus- und Übernachtungsangebote testen.

Wo haben Sie übernachtet?
Jeden Abend in einem Bett, ich habe mich immer nach Pensionen und Hotels in Rennsteignähe umgesehen. Ein Zelt war für mich keine Option.

Gab es unterwegs ein ­besonderes Erlebnis?
Ich sehe diese Wanderung insgesamt als ein außergewöhnliches Erlebnis. Besonders überrascht war ich allerdings, als ich in einer Wanderhütte einen Abgeordneten des Thüringer Landtages traf und mit ihm ein nettes Gespräch führen konnte.

Welches Fazit ziehen Sie?
Der Rennsteig ist in einem guten Zustand, die Wanderhütten sind sauber und gepflegt. Auch die Ausschilderung hat mich positiv überrascht. Bis Neuhaus ist es relativ unkompliziert in Hinsicht Übernachtung und Verpflegung. In Ostthüringen ist es damit schon schwieriger. Ich habe mir einige Blasen gelaufen, bin aber glücklich, es geschafft zu ­haben. Man sollte diese Tour auf keinen Fall unterschätzen, es ist schon sehr anstrengend.

Das Buch
„Gut Runst! – Was der Rennsteig vom Leben erzählt“, Frank Stübner, Verlag Kern Ilmenau, ISBN 978395716-325-7, auch als E-Book erhältlich

Frank Stübner beschreibt ­seine Erfahrungen, Geschichten von Menschen und Spuren der Geschichte entlang der Route. Foto: Verlag Kern

 

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