21. April 2020
Thüringen

Klima-Aktionstag findet statt am 24. April

Klima-Protest geht weiter: kontaktlos und kreativ

Caroline Kunz und Matuš Volkmann freuen sich schon auf den Klimaaktionstag an diesem Freitag, der ganz anders als geplant ­stattfindet. Sie hoffen, dass sich trotzdem viele kreative Unterstützer finden. Foto: Niklas Ruske

Caroline Kunz und Matuš Volkmann freuen sich schon auf den Klimaaktionstag an diesem Freitag, der ganz anders als geplant ­stattfindet. Sie hoffen, dass sich trotzdem viele kreative Unterstützer finden. Foto: Niklas Ruske

Den globalen Klima­-Aktionstag, der am 24. April auch in ­Erfurt stattfinden sollte, wird es trotz Corona-Krise geben – nur nicht geplant mit einer Großdemonstration oder ­anderen Versammlungen: ­Dafür auf neue, kreative Art. Im Gespräch mit Annika ­Liebert, bei „Fridays for Future“ in Erfurt und Thüringen für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit ­zuständig:

Ist es derzeit schwerer als sonst, in Sachen Klimaschutz Gehör zu finden?
Auf jeden Fall! Doch die Klima­krise bleibt auch im Schatten der Pandemie ­bestehen. Die Corona-Krise erzeugt für unsere Tätigkeit zwei essenzielle Probleme: Zum einen ist es das Versammlungsverbot, schließlich sind es ja vor allem die großen Demonstrationen, mit denen wir in der Öffentlichkeit sind, die Menschen auf die Problematik aufmerksam machen und so auch Druck auf die Politik ausüben. Zum zweiten haben die Menschen in dieser Zeit ganz andere Probleme. Da geht es um die Gesundheit und um ganz existenzielle Sorgen. Das kommt bei den meisten natürlich vor dem Gedanken an die Zukunft unseres Planeten. Wir versuchen aber, die Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema aufrecht zu erhalten.

Zum Beispiel damit, dass der Klima-Aktionstag an ­diesem Freitag stattfindet?
Genau! Natürlich nicht mit Demonstrationen oder ­Menschenansammlungen. Wir machen aus diesem Tag eine neue, sehr kreative ­Variante mit tollen Aktionen. So wollen wir zum Beispiel Plakate und Demoschilder an Fenstern und anderswo ­anbringen und aufstellen, mit unseren Beiträgen die sozialen Medien fluten, uns an Poli­tiker wenden. Der Protest geht wortstark weiter. Alles läuft zusammen unter dem Motto #NetzStreikFürsKlima.

Kann man als Außen­stehender mitmachen?
Unbedingt! Jeder, dem das Thema Klimagerechtigkeit am Herzen liegt, kann ein ­Zeichen setzen, sehr gern ­online. Es wäre super, wenn wir jede Menge Leute begeistern, die mitmachen. Wer möchte, kann auch gern selbst kreativ werden und ein eigenes Plakat gestalten. Das nehmen wir an der Krämerbrücke und an der Staatskanzlei am 24. April von 12 bis 15 Uhr entgegen, natürlich ­kontaktlos und unter Einhaltung aller notwendigen ­Bestimmungen. Diese Plakate werden wir dann in der Stadt platzieren.

Wer organisiert das Ganze?
Für diesen global stattfindenden Tag haben wir extra das „Erfurter Bündnis für Klimagerechtigkeit“ gegründet. ­Dazu gehören 19 zivilgesellschaftliche Organisationen, neben uns unter anderem ver.di, der BUND Thüringen, Parents for Future, die Bürgerinitiative „Stadtbäume statt Leerräume“, die Martin­Niemöller-Stiftung, die Grüne Jugend und etliche mehr. Uns geht es immer auch darum, den ökologischen Aspekt und soziale Fragen zusammen­zubringen. Unser Bündnis hatte sich ursprünglich nur für diesen Aktionstag zusammengeschlossen. Aber wir arbeiten derart gut zusammen, dass es wohl darüber ­hinaus bestehen bleibt. Wir werden persönlich mit großen Aktionen nicht vor Ende ­August in Erscheinung treten dürfen. Aber vielleicht wird ja schon vorher das Versammlungsrecht ein wenig ­gelockert. Es so lange zu verwehren, ist schon ein großer ­Eingriff in die Grundrechte.

Schärft die derzeitige Krise den künftigen Blick auf die Klimaproblematik, macht sie die Menschen sensibler, offener für das Thema?
Unser Bündnis fordert, nach der Krise nicht einfach zur Normalität zurückzukehren. Wir sehen jetzt alle, dass Krisen­management funktioniert, dass Dringlichkeit ­erkannt wurde und dass man sich schnell dafür stark ­machen muss, Menschen­leben zu retten. Wir wünschen uns, dass wir nicht einfach zur Normalität zurückkehren, sondern in Sachen Klima ähnlich reagieren. Auch die ­Klimaveränderung gefährdet Menschenleben. Das Wohl von Mensch und Umwelt muss vor das der Wirtschaft gestellt werden. Wir mahnen zu einer dringenden Nach­besserung der Klimapolitik der Bundes­regierung.

#NetzStreikFürsKlima

Caroline Kunz und Matuš Volkmann freuen sich schon auf den Klimaaktionstag an diesem Freitag, der ganz anders als geplant ­stattfindet. Sie hoffen, dass sich trotzdem viele kreative Unterstützer finden. Foto: Niklas Ruske
Caroline Kunz und Matuš Volkmann freuen sich schon auf den Klima-Aktionstag an diesem Freitag, der ganz anders als geplant ­stattfindet. Sie hoffen, dass sich trotzdem viele kreative Unterstützer finden. Foto: Niklas Ruske

 

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