Serie MeinMuseum: Das Heimatmuseum im Bergaer "Spittel" - meinanzeiger.de
13. Mai 2020
Thüringen

Serie MeinMuseum: Das Heimatmuseum im Bergaer „Spittel“

Heimatgeschichtliche Dokumente und Exponate in einem der ältesten Häuser der Stadt

Das Heimatmuseum befindet sich in einem der ältesten Häuser Bergas, das einst als Hospital für Arme und Bedürftige gebaut wurde. (Foto: Gerd Zeuner)

Sabine Richter (Foto: Gerd Zeuner)

Sabine Richter, Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Berga/Elster, stellt das Heimatmuseum „Spittel“ vor:

Woher kommt der ungewöhnliche Name des Museums?
Der Begriff „Spittel“ ist die landläufige Bezeichnung für Hospital. Es handelt sich hierbei um eines der ältesten Häuser von Berga, denn es wurde bei dem großen Stadtbrand von 1842 nicht mit zerstört. Die Geschichte dieses Gebäudes geht zurück auf eine im Jahre 1692 von Susanna Barbara von Reitzenstein eingerichtete Stiftung für ihren Geburtsort Berga. Aus den Zinsen dieser Stiftung konnte auch das Hospital für Arme und Bedürftige errichtet werden. Eine weitere Stiftung, nach dem Tode von Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1888 gegründet, sollte dem gleichen Zweck dienen. Aus diesem Grunde wurde beide Stiftungen mit Wirkung ab dem 01. Januar 1891 vereint zur Kaiser-Wilhelm-Stiftung. Das Gebäude wurde bis in die 1980er Jahre zu Wohnzwecken genutzt. 1996 wurde eine grundhafte Sanierung vorgenommen und eine Sozialstation fand hier Unterkunft. Seit 1999 ist es Sitz des Bergaer Heimat- und Geschichtsvereins.

Was gibt’s Musehenswertes?
Das „Spittel“ beherbergt heimatgeschichtliche Sammlungen mit Exponaten aus verschiedenen Bereichen: Fotos, Gemälde, Schautafeln, Steine und historische Gegenstände aus Berga und Umgebung.

Woran führt kein Weg ­vorbei?
In unserem Heimatmuseum ist alles anschauenswert! Ein besonderes Stück ist aber sicher das Modell des Bergaer Schlosses Dryfels im Obergeschoss.

Was ist Ihr liebstes Stück?
Das ist das großformatige Foto des Kommerzienrates Engländer mit Gattin. Das Bild erhielten wir voriges Jahr von Gästen des Familientreffens, das wir anlässlich des 100. Todestages des Kommerzienrates im „Spittel“ organisiert hatten. Ernst Engländer hatte 1899 eine marode Fabrik in Berga gekauft, hier eine Seidenweberei gegründet und mit dieser den industriellen Aufschwung der Stadt im 20. Jahrhundert initiiert.

Museum zum Anfassen?
Die Exponate dürfen von Besuchern nicht berührt werden. Doch Interessenten laden wir zur Mitwirkung in unserem Verein ein.

Museumsrundgang?
Auf Anfrage führen wir Rundgänge durch. Die dauern eine knappe halbe Stunde.

Sind auch Kinder museumsreif?
Selbstverständlich. Gemeinsam mit der Schule organisieren wir Führungen für Kinder in unserem Haus und berichten dabei über die Geschichte Bergas. Zu Ostern kommen auch die Kindergartenkinder zu uns.

Museum zum Mitnehmen?
Käuflich erworben werden können Postkarten und Literatur unseres Vereins, beispielsweise die „Eichenblätter“. Das sind Broschüren mit Beiträgen aus der Heimatgeschichte von Berga und Umgebung.

Außer der Reihe?
Im Haus gibt es Ausstellungen zu wechselnden Themen. So sind wir jedes Jahr zu Ostern eine Station des Vogtländischen Osterpfades. Da besuchen uns innerhalb von zwei Wochen stets um die zweieinhalb Tausend Menschen. Das musste ja dieses Jahr leider ausfallen. Doch wir hoffen, dass wir zum Bergaer Weihnachtsmarkt der Öffentlichkeit wieder unsere Weihnachtsausstellung zeigen können

Was gesagt werden muss:
Der Heimat- und Geschichtsverein betreibt auch das Stadtarchiv im Rathaus. Jeden Montag werten hier zehn Vereinsmitglieder alte Schriften aus, erfassen das Wichtigste und katalogisieren Dokumente sowie Neuschenkungen.

Kontakt

Heimatmuseum Berga
Heimat- und Geschichtsverein Berga/Elster e. V.
Buchenwaldstraße 7
07980 Berga/Elster

Öffnungszeiten:
Auf Anfrage.

Kontakt:
Telefon: +49 36623 164972
E-Mail: webmaster@heimatverein-berga-elster.de

Web: www.heimatverein-berga-elster.de

In der Bildergalerie (hier klicken!) gibt es zahlreiche Fotos aus dem Heimatmuseum.

Und hier in der Slide-Show schon mal einige Eindrücke:

Buchtipp

„Mein ­Museum“, 13,95  Euro. ­Online ­kaufen: www.klartext-verlag.de oder im Buchhandel; per E-Mail: info@­klartext-verlag.de.

Auch interessant