Warnung nach Sturm vor Betreten der Wälder - meinanzeiger.de
10. Februar 2020
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Warnung nach Sturm vor Betreten der Wälder

Vereinzelt schwere Sturmböen im Flachland

Sturm "Sabine" fegte in der Nacht vom 9. zum 10. Februar über Thüringen. Auch im Laufe des Montags sei noch mit starken Böen zu rechnen, warnt der Deutsche Wetterdienst. Foto: Gerd Zeuner

Thüringer sollten auch im Laufe des Montags noch ein Auge auf teils heftige Wetterlagen haben. Der Freistaat liegt noch immer im Einflussbereich des Orkantiefs „Sabine“. Im Bergland sei prinzipiell noch mit Orkanböen zu rechnen, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienst (DWD) am Montag in Leipzig. Ab Mittag sei dann auch vereinzelt mit schweren Sturmböen im Flachland zu rechnen – vor allem während starker Gewittern und Schauern. „Wer unbedingt raus muss, sollte abwarten, bis die Schauer und Gewitter vorbeigezogen sind“, so die DWD-Sprecherin.

Nach dem Durchzug des Orkantiefs „Sabine“ hat die Nationalparkverwaltung Harz dringend vor einem Besuch der Wälder gewarnt. „Es besteht weiterhin eine akute Gefahr für Leib und Leben“, sagte ein Sprecher am Montag. Es könnten weiterhin Äste herunterfallen oder bereits geschädigte Bäume umstürzen. Wegen der erheblichen Gefahr schicke der Nationalpark vorerst seine Mitarbeiter nicht in die betroffenen Waldgebiete. Eine Bestandsaufnahme der Sturmschäden sei erst im Lauf der kommenden Tage möglich.

Ein Sprecher der Landesforsten sagte, die Mitarbeiter seien vorerst damit beschäftigt, die Straßenmeisterei bei der Räumung der Fahrbahnen zu unterstützen. Nach Angaben der Polizei waren vor allem im Oberharz mehrere Bundesstraßen durch umgestürzte Bäume unpassierbar.

„Sabine“ hatte in den Hochlagen des Mittelgebirges nach Angaben des Landkreises Goslar Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern erreicht. Im Kreisgebiet mussten die Feuerwehren rund 200 Mal ausrücken. Bei den meisten Einsätzen habe es sich um typische Sturmschäden wie umgeknickte Bäume gehandelt. Vor allem im Oberharz waren viele Straßen gesperrt. Insgesamt sei die Region im Vergleich zu früheren Stürmen aber „mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Kreisbrandmeister Uwe Fricke.

Auch Behörden in anderen Regionen warnen am Montag vor dem Betreten der Wälder. Die Auswirkungen des Sturms „Sabine“ seien noch nicht abschätzbar, heißt es dazu.  (dpa)

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