6. November 2020
Thüringen

Worte zum Sonntag

Novemberzeit

Foto: pixabay

Trübes Wetter, dunkle Wolken, frostige Nächte. Novemberstimmung. Schwer liegen Nebel über Wiesen und Wäldern. Nannten deshalb die Germanen den Monat „Nebelung“? Auch „Windmond“ stammt aus alten Zeiten.

Letzte Herbstwinde oder erste Schneestürme fegen über das Land. Heute heißt der elfte Monat im Jahr ­November, was der ­„Neunte“ bedeutet; stammt aus einem alten römischen Kalender mit anderem Jahresanfang. Im November sind die Nächte lang. Es ist ein dunkler Monat auch fürs Gemüt. ­„Allerseelen“, „Totensonntag“ und der „Bußtag“ lassen nicht nur Christen ans Sterben denken. Der „Volkstrauertag“ ­erinnert an die Toten der ­Kriege und die Vertriebenen. So viel Trauer, Tränen und ­Todesahnen, wie halten wir das aus? Die Tschechen nennen den Monat „listopad“, „Blätter fallen“. Unser Leben gleicht einem Blatt im Wind, das in diesen Tagen leblos zur Erde fällt und vergeht. Doch das ist nicht das Ende in Nacht und Finsternis. Der ­November endet im beginnenden Advent. Licht leuchtet auf und ein Wort Gottes: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Jedes Blatt hebt er auf und bei ihm sind wir aufgehoben, für Zeit und Ewigkeit. Das ist der Novembertrost jenseits aller Nebel.

Jesus spricht: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“ (Matthäus 5,4+5).

Gesegnete Zeit.

Egmond Prill

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