30. April 2021
Thüringen

Worte zum Sonntag

Foto: pixabay

Es gleicht einem Wunder: Ein Klumpen Ton auf der Töpferscheibe, geschickte Hände und in Augenblicken entsteht eine Schale. Je nach Wunsch des Töpfers auch eine ­schlanke Vase oder ein Teller.

Der Prophet Jeremia erhält den Auftrag: Geh zum Töpfer, dort wirst du meine Worte hören! „Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und ­siehe, er arbeitete eben auf der ­Scheibe. Und der Topf, den er aus dem Ton machte, missriet ihm unter den Händen. Da machte er einen ­andern Topf daraus, wie es ihm gefiel. Da geschah des Herrn Wort zu mir: Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer? spricht der Herr.“ (Jeremia 18,3-5).

Der Prophet hörte damals in schwieriger Lage eine ­klare Ansage für sein Volk. Deutlich wird: Gott ist in seinem Handeln völlig frei. ­Diese Geschichte zeigt Gott in seiner Größe und in seiner Güte. Das Gefäß gelingt nicht. Der Töpfer drückt es zum Klumpen und setzt neu an. War der Ton schlecht? Die Töpferscheibe defekt? Hatte der Töpfer einen schlechten Tag? Warum der Topf misslingt, erfahren wir nicht. Der Meister war nicht zufrieden und formt neu. Die gute Nachricht: Der Ton wird nicht weggeworfen! Und der Meister beauftragt nicht einen Lehrling mit der ­Weiterarbeit. Er legt selber Hand an.

Seit Wochen mit großem Tumor geplagt, erlebe ich, wie mein Leben durchge­knetet wird. Gott hat kräftig nach mir gegriffen. Doch ­gerade aus Krisen können ­Segenszeiten werden. Wir können nicht tiefer fallen als in Gottes Hände.

Gesegnete Zeit.

Egmond Prill Theologe & Journalist Egmond Prill

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