8. November 2022
Vogtland

Der Trabant kommt mit 65 Jahren in Rente

„Geburtstagswoche“ mit Sonderschau im August Horch Museum

Prototyp Trabant 1.1, Baujahr 1988 (Foto: August Horch Museums)

Am 7. November 1957 , rechtzeitig zum 40. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution, rollte zum ersten Mal der Trabant vom Band im Zwickauer Sachsenring Werk.

Da sich dieses Ereignis an diesem Montag zum 65. Mal jährte, was leider auf einen Museumsschließtag fällt, haben sich die Mitarbeiter des August Horch Museums in Zwickau zusammen mit Intertrab eine „Geburtstagswoche“ überlegt. Von Dienstag bis zum Sonntag wird eine exklusive kleine Sonderschau, ein Querschnitt durch die Zeit, bestehend aus folgenden Fahrzeugen, in der Sonderausstellungshalle zu sehen sein:

  • Ur-P50, 1954
  • P50 Limousine AWZ, 1959
  • Trabant P50 Sachsenring Limousine „Briefmarken-Trabant“, 1962
  • Trabant Lim. Rallye Sachsenring, 1962
  • Trabant P60 Kombi de Luxe, 1963
  • Trabant P601 Limousine, 1964
  • Trabant P601 o. Beplankung (Skelett)
  • Trabant P601 Schumann Renntourenwagen 600 ccm
  • Trabant 1.1 E Prototyp, 1988
  • Trabant 1.1 Limousine, 1989
  • Trabant 1.1 Kombi, 1990

Die Schau ist allen Besuchern, die das Museum in der Woche vom 8. bis 13. November aufsuchen, im Rahmen ihres Besuches kostenlos zugänglich. Darüber hinaus komplettieren selbstverständlich auch alle 20 Trabanten aus der Dauerausstellung das Bild.

Der Trabant ist das Symbol des DDR-Alltags. Heute ist der Kleinwagen ein Kultmobil, ist noch über 38.000 mal zugelassen und hat etliche Fans, wie sich auch immer wieder zum Internationalen Trabantfahrer Treffen zeigt.

Zum Bild

Das staatlich vorgegebene Ziel beim Trabant 1.1 bestand in seiner zeitgemäßen Motorisierung mit Polo-Viertaktmotor bei gleichzeitiger Kraftstoffeinsparung. Eine Änderung des trabanttypischen Erscheinungsbildes war zunächst nicht vorgesehen. Als im Zuge der Funktionsmusterfertigung absehbar war, dass der neue Trabant 1.1 bei fast identischem Äußeren nahezu doppelt so viel in der Produktion wie ein P 601 kosten würde, regte die Staatsführung aufgrund des zu erwartenden Unmutes der Bevölkerung eine Studie mit deutlich veränderter Erscheinung (daher 1.1 E) an Front- und Heckpartie an. Da diese Änderungen kaum kostenneutral zu realisieren gewesen wären und sich zudem schon alle wichtigen Werkzeuge für die Produktion in der Ausführungsphase befanden, war das Projekt, mit dem der junge Formgestalter Matthias Kaluza beauftragt wurde, von vornherein aussichtslos. Es blieb bei diesem Prototyp.

  • Motor:                                 4-Zylinder, 4-Takt
  • Hubraum:                           1.043 cm³
  • Leistung:                             40 PS bei 5.300 U/min
  • Bauzeit:                               1988
  • Stückzahl:                           1 Prototyp

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