4. Januar 2022
Vogtland

Wirtschaft fordert Entlastung

IHK: Lieferengpässe, Corona und hohe Energiekosten belasten Unternehmen

IHK-Präsident Dr. Ralf Bauer (Foto: IHK)

Ostthüringen. Die derzeitige Wirtschaftslage ist von Unsicherheit geprägt. Lieferengpässe, Preissteigerungen und immer neue Einschnitte durch die Coronavirus-Pandemie belasten die mittelständischen Unternehmen aller Branchen. Die Ostthüringer Wirtschaft blickt daher zurückhaltend ins neue Jahr. Nur ein Viertel der hiesigen Betriebe erwartet eine bessere Geschäftsentwicklung.

„Trotz des enormen Aufholbedarfs sind die Aussichten der Wirtschaft zwiespältig. Neben Lieferkettenproblemen, hohen Kosten für die Energieversorgung und den Auswirkungen der Corona-Pandemie treibt die Unternehmen mit Blick auf 2022 insbesondere der Fachkräfteengpass um“, erklärt IHK-Präsident Dr. Ralf-Uwe Bauer. Schon jetzt könnten 44 Prozent der Ostthüringer Betriebe offene Stellen längerfristig nicht besetzen.

„Bundes- und Landespolitik müssen in diesem Jahr alles daransetzen, aus Deutschland und Thüringen wieder einen attraktiven Standort zu machen. Dazu gehören substanzielle Entlastungen der Unternehmen bei Steuern und Bürokratie“, so der IHK-Präsident. Die Kosten für Energie und Rohstoffe seien wichtige Standortfaktoren. „Vor allem in der Energiepolitik ist der Gesetzgeber gefordert. Die staatlichen Strompreisbestandteile müssen reduziert und der Netzausbau beschleunigt werden“, erklärt Bauer. Zugleich gelte es, die Unternehmen bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte intensiver zu unterstützen. Ein Aspekt hierbei seien unbürokratische Abläufe für die gezielte Zuwanderung von Fachkräften sowie verlässliche Rahmenbedingungen.

Gleichwohl tragen die Anstrengungen bei der Berufsorientierung Früchte. So hat sich 2021 die Lage auf dem Ausbildungsmarkt stabilisiert und es wurden fast wieder so viele neue Ausbildungsverträge abgeschlossen wie vor der Pandemie. Das bringt für beide Seiten Vorteile, denn Jugendliche haben eine Zukunft in ihrer Heimat und Unternehmer bekommen perspektivisch die dringend benötigten Fachkräfte.

„Die neue Bundesregierung ist gefordert, die Erholung der Wirtschaft voranzutreiben und die Weichen für die Zeit nach der Pandemie zu stellen. Unternehmen kamen unverschuldet in Not und deshalb ist es Gemeinschaftsaufgabe, ihnen zu helfen.“, so Bauer.

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