6. Mai 2022
Weimar

Apfelbaum für Inklusion

Projekt „Barrierefrei erinnern – Das Zentrum für Thüringen“ pflanzte im Rahmen des inklusiven Gedenkprojektes 1000 Buchen

v.l.n.r.: Anja Schneider (Leiterin Projekt „Barrierefrei erinnern“; Jürgen Tauschke, Kerstin Albrecht (Lebenshilfe Erfurt e.V.), Claudia Müller (Projektmitarbeiterin) Foto: Tina Mosch, Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda

Das Projekt der Lebenshilfe Thüringen e.V. „Barrierefrei erinnern – Das Zentrum für Thüringen“ pflanzt anlässlich des Europäischen Protesttages am 5. Mai zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen einen Apfelbaum im Rahmen des inklusiven Gedenkprojektes 1000 Buchen des Lebenshilfe-Werkes Weimar/Apolda e.V. Die Bäume des Gedenkprojektes sind lebendige Orte der Erinnerung, sie halten das Gedenken an die Todesmärsche aus Buchenwald und die Opfer der NS-Euthanasie wach.

Lebenshilfe Thüringen e.V. will Blick auf Menschen mit Behinderung lenken

Der 5. Mai findet jährlich seit 1992 und damit zum 31. Mal als Europäischer Protesttag statt, er will das Thema der Gleichstellung behinderter Menschen in den Blickpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit lenken. Mit dem Projekt „Barrierefrei erinnern – Das Zentrum für Thüringen“ will der Lebenshilfe Thüringen e.V. gemeinsam mit den Projektpartnern, dem Lebenshilfe Erfurt e.V., dem Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora inklusive Angebote zur Erinnerung und Aufarbeitung für Menschen mit geistiger und/oder mehrfacher Behinderung, Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit Migrationshintergrund anbieten und Inklusion im Sinn kultureller Teilhabe ermöglichen. Das Projekt will mit inklusiven Bildungs- und Informationsangeboten aufklären und auf aktuelle Gefahren der Abwertung und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen und anderer Personengruppen aufmerksam machen. Ein Projektteilnehmer und Guide durch die aktuelle Sonderausstellung „Éva´s Apfelsuppe oder der Duft von Heimat. Eine Hommage an Éva Fahidi-Pusztai und das Leben“ im Erinnerungsort Topf & Söhne sagte: “Wir wollen die Menschen wachrütteln.“ „Für Menschen mit Behinderungen und auch andere Personengruppen, die auf barrierefreie Angebote angewiesen sind, existieren bisher nur wenige Informations- und Bildungsangebote über die Verbrechen des Nationalsozialismus und über aktuelle Gefahren der Ausgrenzung. Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern im Rahmen unseres Projektes daran arbeiten, diese Barrierefreiheit herzustellen.“ so Katja Heinrich, Geschäftsführerin des Lebenshilfe Thüringen e.V.

Die Baumpflanzung lenkt in besonderem Maß den Fokus auf Menschen mit Behinderungen, die im Projekt „Barrierefrei erinnern – Das Zentrum für Thüringen“ aktiv Angebote der Erinnerung und Aufklärung für andere Menschen schaffen und gestalten. Sie beziehen Stellung, hinterfragen Ereignisse und sagen, es ist wichtig, dass wir über diese Themen sprechen und die Geschichte nicht vergessen. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag und übernimmt mit der Baumpflanzung und der Patenschaft für den Apfelbaum Verantwortung dafür, dass die Erinnerung lebendig bleibt.

 

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