24. März 2021
Weimar

Denkmal „Herders Ruh“ am Ettersberg saniert

Herders Ruh (Foto: Stadt Weimar)

Weimar. Die Erinnerungsstätte an Johann Gottfried Herder am Südhang des Ettersberges ist fertig saniert und kann den Weimarerinnen und Weimarern wieder als Ausflugsziel dienen. Das Kulturdenkmal befand sich vorher längere Zeit in einem kritischen Bauzustand und musste 2019 vorsorglich abgesperrt werden.

Der Stadtrat bewilligte im vergangenen Jahr (Beschluss 2020-148-V) – unterstützt von einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen CDU, SPD, Weimarwerk-FDP-Piraten – 80.000 Euro für die Planung und den Bau. Zusätzlich konnten – ebenfalls aus dem Weimarer Konjunkturpaket – weitere 15.000 Euro bereitgestellt werden, um einen öffentlichen Grillplatz zu errichten.

Nach dem Roden des Wildwuches im Umfeld des Denkmals und an der Einfassungsmauer wurde sowohl die Bank wie auch die Einfassungsmauer grundhaft saniert. Die Betonabdeckung der Bank wurde entfernt und die sanierte Bank erhielt eine neue Mörtelhaube. Das Bruchsteinmauerwerk der Mauer wurde an schadhaften Stellen abgebrochen und neu hergestellt. Dabei wurde vorwiegend das Bestandsmaterial eingesetzt und in notwendigem Umfang durch geeignetes Liefermaterial ergänzt. Anschließend wurde das gesamte Mauerwerk gereinigt und neu verfugt.

Im Zuge der Sanierung der Anlage wurde auch der vorhandene Sockelstein des Steintisches gereinigt und nach steinkonservatorischer Behandlung neu fundamentiert. Die fehlende runde Tischplatte wurde durch eine neue Platte aus Ehringsdorfer Travertin mit einem Durchmesser von einem Meter und einer Stärke von circa zwölf Zentimetern ergänzt.

Die befestigten Flächen zwischen den Mauern wurden mit einer versickerungsfähigen, wassergebundenen Decke hergestellt. Die Vegetationsflächen zwischen der Bankrückseite und der Einfassungsmauer werden im Frühjahr mit einer bienen- und insektenfreundlichen Wiesenmischung eingesät analog zu bereits angelegten „Weimar brummt“ – Flächen im Stadtgebiet.

Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurde auch eine Pflasterfläche mit einem robustem Außengrill hergestellt, welcher nun als öffentlicher Grillplatz genutzt werden kann.

Für Planung und Betreuung der Baumaßnahme war das Weimarer Planungsbüro Georg Rau verantwortlich. Den Auftrag zur Ausführung erhielt die Firma Bennert – Betrieb für Bauwerkssicherung aus Klettbach.

Herders Ruh wurde mehrfach von Johann Gottfried Herder aufgesucht. Vermutlich bereits kurz nach seinem Tod entwickelte sich der Ort zur Erinnerungsstätte. Sie wurde noch vor 1841 in der jetzigen Form angelegt und vermutlich im Jahr 1850, anlässlich der Weihe des Herderdenkmals an der Stadtkirche überformt. Die heutige Überlieferung besteht aus einer halbrunden Bruchsteinbank mit hoher geschwungenen Lehne und einem runden Tisch, welcher auf einem Sandsteinblock aufliegt. Der Aufenthaltsort wird von einer niedrigen Mauer umgeben. Dem Denkmal Herders Ruh ist eine herausgehobene städtebauliche und historische Bedeutung beizumessen.

Der Grillplatz (Foto: Stadt Weimar)

Die Stadtverwaltung bittet um die Beachtung folgender Regeln für die Nutzung
(Diese sind auch auf der website der Stadt Weimar unter der Rubrik „Anliegen – Öffentliche Grillplätze“ abrufbar):

  • Der öffentliche Grillplatz kann ohne gesonderte Anmeldung genutzt werden. Eine vorherige Reservierung ist nicht möglich.
  • Die Grillfeuerstätte ist während der Grilldauer ständig zu beaufsichtigen.
  • Erst nach restlosem Ablöschen des Grillfeuers darf die Stätte verlassen werden.
  • Es dürfen nur handelsübliche Grillkohle und Anzünder verwendet werden. Abfälle, Laub, Reisig und dergleichen dürfen nicht verbrannt werden.
  • Beim Anbrennen darf die Flamme die Höhe von einem Meter nicht überschreiten.
  • Nach dem Grillen sind Müll und Kohlereste in geeigneter Weise zu entsorgen bzw. mitzunehmen.

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