31. August 2019
Weimar

Die Lüge des Ideals war bisher der Fluch über die Realität…(Nietzsche)

Im DNT Weimar wurde die Reichsverfassung beschlossen und am 21. August 1919 die Sitzungsperiode des Nationalversammlung beendet. Am Abend desselben Tages fand auf dem Theaterplatz ein Volksfest statt. 100. Jahre später am Mittwoch dem 21. August fand im DNT eine Theatervorstellung »Reichstags-Reenactment« statt und danach fand auf dem Theaterplatz ein Volksfest statt.

Beim »Reichstags-Reenactment« wurden Höhepunkte parlamentarischer Debatten und Reden in Ausschnitten vorgelesen, nachgespielt und rezitiert. Beendet wurde sie mit der Rede von Adolf Hitler am 23. März 1933,. Der deutsche Reichstag verabschiedet danach das „Ermächtigungsgesetz“. Damit wurde der Reichstag entmachtet und Hitler konnte ohne parlamentarische Kontrolle fortan Gesetze erlassen mit verheerenden Folgen für das deutsche Volk.

Am Samstag, drei Tage später demonstrierten auf dem Theaterplatz vor dem DNT zirka 40 sogenannte „Patrioten für Deutschland“ und bekommen das vom Gericht genehmigt, mit dem Thema „Kritik an der Islamisierung des Abendlandes“. Dabei schwingen sie die „Wirmer-Flaggen“ des Deutschen Widerstandes vom 20. Juli 1944, auch Stauffenberg-Flagge genannt.

Am Dienstag/Mittwoch darauf wurde der 270. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe in Weimar groß gefeiert. Er schrieb, aber auch den „West-östlichen Divan“ (erschienen 1819) und die Inspiration dazu waren die Werke des persischen Dichters Hafis. Ein 200 Jahre alter Satz aus dem große Werk, hat auch heute nicht an Bedeutung verloren. „Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“. Es kommt nicht darauf an, Goethe zu erheben, sondern Goethe anzustreben!

Der Vize-Bundessprecher der AfD Alexander Gauland sagte dem Spiegel: „Natürlich verdanken wir unseren Wiederaufstieg in erster Linie der Flüchtlingskrise“ und die „Patrioten für Deutschland“ sind nur die Trittbrettfahrer.

Die Aussage von Prof. Volkhard Knigge von Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, dass die rechtskonservative Elite der Weimarer Republik dachte, man könnte diesen „Hitler“ zum Aufräumen benutzen gegen die Gewerkschaften und die Arbeiterbewegung (was ja schief ging) und seine Schlussfolgerung: „Und mich erinnert vieles von dem was derzeit in der AfD passiert stark an diese Geschichte“, ist eine Mahnung an alle Demokraten.

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