Ein Osterspaziergang mit Goethes Gärtner - meinanzeiger.de
26. März 2018
Weimar

Ein Osterspaziergang mit Goethes Gärtner

Henning Hacke lädt zu einer Tour durch den Weimarer Ilmpark ein

Ein Spaziergang gehört zum Osterfest genau wie der Hase, der bunte Eier versteckt. Mit welcher Freude Menschen dabei die sich regende Natur erleben, hat Goethe eindrücklich im Osterspaziergang beschrieben. Ob er dabei an seine Wahlheimat Weimar und den Park an der Ilm gedacht hat? Puppenspieler Henning Hacke aus der Klassikerstadt ist sich da sehr sicher.

Goethe wird in diesem Jahr recht behalten. „Doch an Blumen fehlt’s im Revier“, bedauert er in seinem Osterspaziergang. Der späte Winter vergällt uns eine bunte Blütenpracht. Noch sprießt das Grün an den Bäumen sehr zurückhaltend. Doch Henning Hacke sieht es gelassen.

Der Puppenspieler lädt auch in diesem Jahr am Ostersonntag zu einem Spaziergang in Goethes Wahlheimat Weimar ein. Dieser führt durch den Ilmpark, für dessen Gartenarchitektur auch der Dichter Ideengeber war. Statt Blumen erfreuen Hacke und seine Wanderfreunde „geschmückte Menschen“ – wie in Fausts Frühlingsmonolog beschrieben. „Wenn ich die Blickachsen im Park erkläre, sehen wir auch wirklich jedes Mal blau oder rot gekleidete Leute über die Wiesen gehen“, schwärmt Hacke von romantischen Bildern in eben jenem Park, in dem Goethe ein Gartenhaus besaß und nicht weit entfernt am Frauenplan viel Jahre wohnte.

Hatte der Dichter Weimar im Sinn, als er Faust mit seinem Schüler Wagner das „bunte Gewimmel“ auf den Straßen beobachten ließ? „Bestimmt hat er daran gedacht“, ist sich Hacke sicher. Und deshalb eröffnet er seine Tour mit dem bekannten Gedicht vom Osterspaziergang.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“, setzt er dann an. Seine Gäste würden immer mit einstimmen, im Chor werde rezitiert. Zu Ostern sei die Textsicherheit besonders groß, doch keine Bedingung, um Hacke zu folgen. Denn ihm geht es nicht vordergründig um Faust, der seine eigene Auferstehung am Ostersonntag erlebt.

Hacke will den Blick in die erwachende Natur lenken. Dabei schlüpft er in die Rolle des Ferdinand Herzog. „Er war der letzte Gärtner, den Goethe eingestellt hat“, erklärt er. Als Gärtner führt er seine Gäste auf verschlungenen Pfaden an Denkmalen und Ruinen vorbei, erzählt viel Wissenswertes, dass auch Weimarer Bürger noch erstaunen kann.

90 Minuten dauert die Tour durch den Park. Dabei monologisiert der Gärtner nicht nur, er spielt zudem. In einem Tragekorb führt er ein kleines Theater mit. In Schattenspielen und mit Handpuppen erzählt er Anekdoten aus der Gothe-Zeit und freut sich, wenn die Wandergesellen ihm am Ende zurufen mögen: „Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“

Zur Sache
-> Osterspaziergang mit Henning Hacke durch den Weimarer Ilmpark am
1. April, 10.30 Uhr

->Einen weitern Ostzerpaziergang bietet Hacke am 2. April im Park von Schloss Tiefurt an. Start ist 10.30 Uhr am Schlosseingang.

-> Anmeldung in der Tourist-Information Weimar unter 03643/745745 oder unter 03643/502339 und per E-Mail unter henninghackeweb.de.

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