Ein Traum entschied über ihre Zukunft - meinanzeiger.de
10. April 2018
Weimar

Ein Traum entschied über ihre Zukunft

Sekretärin verabschiedet sich nach 38 Jahren in den Ruhestand

„Ich wollte entweder Sekretärin oder Krankenschwester werden“, erinnert sich Jutta Barkowski an ihren Start ins Berufsleben. In der letzten Nacht, bevor sie sich entscheiden musste, träumte sie, dass sie als Krankenschwester am Bett eines Toten sitzen würde. Das war zu viel für die junge Frau und die Entscheidung für den Beruf der Sekretärin stand fest.

Bereut hat sie ihre Wahl nie. Nach Stationen in Weimar und in Eisenhüttenstadt, begann die heute 63-Jährige im Januar 1980 dann doch im Gesundheitsbereich – im damaligen Kreiskrankenhaus in Blankenhain, der heutigen Helios Klinik Blankenhain. Zunächst arbeitete sie in der Ambulanz, bevor sie nach anderthalb Jahren Sekretärin der Klinikleitung wurde. Heute schwer vorstellbar, aber damals war ein Tippfehler nicht so einfach auszumerzen, schrieb Jutta Barkowski doch wie ihre Kolleginnen mit der Schreibmaschine. „Wenn ich mich dreimal verschrieben habe, war mir das peinlich und ich habe es lieber nochmal abgeschrieben“, erinnert sich Jutta Barkowski. Die Arbeit in der Klinik und besonders der Austausch mit den anderen Sekretärinnen machte ihr Spaß.

Hatte Sie zeitweise verkürzt gearbeitet, wollte Sie nachdem ihre Tochter Ulrike und ihr Sohn Sebastian aus dem Haus waren, wieder voll einsteigen. Als sie hörte, dass beim Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Horst Gellner die Stelle der Sekretärin frei wurde, ergriff sie die Chance. Seit Dezember 2001 arbeitet Jutta Barkowski nun schon in dieser Position, auch als im April 2016 mit Priv.-Doz. Dr. med. habil. Torsten Prietzel ein neuer Chefarzt kam. „Ich bin mit allen meinen Chefs und ihren Eigenheiten gut zurechtgekommen.“, resümiert Barkowski die vergangenen 38 Jahre in der Blankenhainer Klinik. Mit Fahrradfahren, Lesen und Wandern glich sie den Stress im Dienst aus. Mehr Zeit für ihre Hobbies zu haben, darauf freut sich Jutta Barkowski. Und auf eine Schiffsreise ans Nordkap mit ihrem Mann. Auch wenn ihr die Arbeit, wie sie selbst sagt, fehlen wird. Langweilig wird ihr aber bestimmt nicht. Im Juni wird Jutta Barkowski zum siebten Mal Oma.

Ende März wurde Jutta Barkowski mit einer kleinen Feier offiziell verabschiedet. Klinikgeschäftsführerin Yvette Hochheim bedankte sich bei der langjährigen Mitarbeiterin für ihren Einsatz und ihr Engagement und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute. Viele, auch ehemalige Wegbegleiter, waren gekommen. Man erinnerte sich gemeinsam an vergangene Zeiten und stieß auf den neuen Lebensabschnitt an. Die Einladung der Klinikgeschäftsführerin gern immer mal wieder vorbeizukommen, nahm Barkowski gern an. „Ich will ja schließlich wissen, was es Neues gibt“, sagte sie. Und man sah ihr an, dass ihr der Abschied, trotz aller Freude, nicht ganz leicht fällt. 38 Jahre sind eben eine lange Zeit.

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