Keinen fallen lassen - meinanzeiger.de
27. März 2020
Weimar

Keinen fallen lassen

Weimarer haben sich in helfender Gruppe zusammengeschlossen, um Betroffene in der Coronaviruszeit ehrenamtlich zu unterstützen

Willgard Krause und Petra Göschel / pixabay.de sowie colourbox.de und privat

Fotos: Willgard Krause und Petra Göschel / pixabay.de sowie colourbox.de und privat

Wenn die Welt in der Coronakrise Kopf steht, ist es gut einen kühlen zu bewahren. So gründete Michael Schultz aus Weimar sehr schnell eine Facebook-Gruppe für Hel­fende und Hilfesuchende, um seriöse Angebote und Anfragen zu koordinieren. „Es geht um ein absolut ­ehrenamtliches Helfen. Wir sind keine Organisation, sondern freiwillige, private, engagierte Mit­streiter“, so Schultz.

Schnell war Andrea Gosztonyi (32) mit im Boot und ist gemeinsam mit Michael Schultz Administrator der FB-Seite „Corona Hilfe Weimar“. Dort haben sich mittlerweile rund 500 Helfer(innen) ­angemeldet. Auch Angebote laufen dort ein. Das alles wird nach Stadtteilen koordiniert.

Die große Community ­(Gemeinschaft) bietet Unterstützung beim Einkauf, ­Gassi gehen mit Tieren, Apothekengängen und Essen­versorgung an. „Und das ist je nach Bedarf erweiterbar“, sagt Schultz.

Seit vergangenem Wochen­ende werden auch Handzettel in Supermärkten, Arztpraxen und Hauseingängen platziert, um Hilfesuchende direkt zu informieren. Und um deutlich zu zeigen: Ihr seid nicht allein, ihr werdet nicht ­vergessen!

„Für manche ist es oft schwierig, sich in solchen Pandemiezeiten mit Einschränkungen zurechtzufinden. Besonders ältere Menschen, die ­allein leben und kein Fahrzeug haben, benö­tigen Zuspruch und Hilfe“, sagt Andrea ­Gosztonyi, als sie gerade mit einem Packen Handzetteln unterwegs ist. Ihr bester Lohn war gleich am ­Anfang der ­Aktion, als sie einen Einkaufsdienst für einen Alleinstehenden organisieren konnte.

Wer also mitmachen ­möchte, Hilfsangebote für Mitmenschen hat, kann der Gemeinschaft beitreten.  Jeder kann mithelfen und gute Ideen sind stets gefragt“, so Michael Schultz, der die ­Aktion auch mit der Stadt ­abstimmte. Und Hilfe­suchende sollten sich nicht scheuen, ihre Probleme in diesen akuten Zeiten kundzutun. Mit Hilfe der Gemeinschaft von Weimarer Bürgern kann vielen Betroffenen unbürokratisch, schnell und seriös geholfen werden. „Diese Gruppe dient der Kontaktaufnahme und Vermittlung von Hilfen für Menschen die zu den betrof­fenen Risiko­gruppen gehören, von einer Quarantäne betroffen sind oder nicht mehr vor die Tür wollen. In Zeiten der Corona-Krise sollten wir ­einander helfen, soweit es geht“, heißt es auf dieser ­Facebook-Seite.

Um auch Menschen ohne Facebook, ohne Internet ­helfen zu können, wurden zwei Telefonnummern für diese Hilfsaktion der Facebook-Gruppe „Corona Hilfe ­Weimar“ freigeschaltet.

KONTAKT:

Facebook: Corona Hilfe Weimar
Telefon: 0 15 25 - 3 28 92 69 oder 0 15 20 - 1 30 68 93

Willgard Krause und Petra Göschel / pixabay.de sowie colourbox.de und privat
Fotos: Willgard Krause und Petra Göschel / pixabay.de sowie colourbox.de und privat

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