Politischer Störenfried. TA 26. Juli. 2019 - meinanzeiger.de
26. Juli 2019
Weimar

Politischer Störenfried. TA 26. Juli. 2019

Die Bücher von Herrn Sarrazin mit seinen Thesen zur Finanz-, Sozial- und Bevölkerungspolitik, werde ich nicht lesen. Aber ich habe seine Vita studiert.
Herr Sarrazin hat seit 1975 bis 2010 die Politik der BRD maßgeblich mit beeinflusst. Er entwickelte das Konzept für die deutsch-deutsche Währungsunion mit und war auch als Leiter der Arbeitsgruppe „Innerdeutsche Beziehungen“ für den Vertrag zur Wirtschafts- und Währungsunion federführend zuständig. Beim Aufbau der Treuhandanstalt leistete er ein entscheidenden Beitrag mit verheerenden Folgen für den Osten.

Wieder besseren Wissens hat er gehandelt und nun verkündet er, wer an allem Schuld sein soll!

Warum hat Herr Sarrazin, die guten Erfahrungen aus dem „Saar-Abkommen“ für den Vertrag zur Wirtschafts- und Währungsunion BRD/DDR nicht genutzt?
Am 27. Oktober 1956 beschlossen die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich das „Saar-Abkommen“ und somit gehörte ab dem 1. Januar 1957 das Saarland zur BRD. Aber der „wirtschaftliche Anschluss“ erfolgte zweieinhalb Jahre später. Während dieser Übergangszeit wurde die Anpassung der französisch ausgerichteten „Saarwirtschaft“ an die „soziale Marktwirtschaft“ der Bundesrepublik vorbereitet. Erst am 5. Juli 1959 wurde die Grenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz geöffnet und die D-Mark wurde im Saarland als Währung eingeführt.

Warum lies man also den Osten voll ins Chaos laufen?

Die deutsche Wirtschaft ist immer leistungsfähiger. Das BIP im Jahre 2018 hat sich gegenüber 1991 mehr als verdoppelt. Trotzdem geht die Schere zwischen Arm und Reich von Jahr zu Jahr immer weiter auseinander. Deshalb sind viele Bürger*innen von der Politik enttäuscht und suchen die Schuldigen.
Zur erst waren es die Hartz IV-Bezieher und heute sollen es die Flüchtlinge sein. Dabei blenden viele Bürger*innen aus, dass Deutschland als Waffen- Exporteur und Bundeswehr im Auslandseinsätzen, die Ursache für die Flüchtlinge sind.

Von alledem will Herr Sarrazin ablenken. Denn die Menschen glauben wiederholte Lüge leichter, als eine unbequeme Wahrheit.

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