Trockener Reizhusten - Plage oder Schutzreflex des Körpers: verhindern oder fördern? - meinanzeiger.de
2. Juli 2019
Weimar

Trockener Reizhusten – Plage oder Schutzreflex des Körpers: verhindern oder fördern?

Trockener Reizhusten quält oft wochenlang unseren Organismus. In krampfenden, schmerzhaften Schüben erinnert unser Körper daran, dass eine Störung vorliegt.

Husten ist ein Signal dafür, dass sich in unserem Rachenraum, den Atemwegen, Fremdkörper bakterieller, viraler, flüssiger, fester Natur eingenistet haben. Die gilt es loszuwerden.

Das Wichtigste, kurz zusammengefasst: Wie entsteht Husten, welche Funktionalität hat er? Gibt es wirksame Hausmittel dagegen, wie ist vorzubeugen?

Wie entsteht Husten, was sind die Auslöser?

Wir wissen, dass an den Oberflächen der Schleimhäute in den Atemwegen, Nervenbahnen enden. Erfahren die Atemwege eine Reizung, leiten Rezeptoren, die die Bahnen abschließen, diese Information an das Hustenzentrum im verlängerten Mark (Medulla oblongata) weiter. Die Antwort ist ein protektiver Hustenreiz, der sich von dort auf den Weg macht. Mit einem Hustenstoß versucht der Körper die „reizende“ Ursache zu vertreiben. Es handelt sich um eine normale Abwehrreaktion zur Reinigung der Atemwege.

Darum steht am Beginn jeder Überlegung, diesen Reiz zu lindern oder zu unterdrücken, die Frage nach der Ursache. Unter „normalen“ Umständen sind Erkältungsviren dafür verantwortlich. Genauso gut kann Reizhusten ein Hinweis auf schwerere Erkrankungen des Organismus sein und bedarf einer ärztlichen Abklärung.

Warum sprechen wir von produktivem bzw. unproduktivem Husten?

Der unproduktive Husten, ohne Schleimbildung ist die Antwort auf schädliche Reizungen durch Gase, Staub, Rauch. In zahlreichen Fällen ist er Begleiter von aufsteigender Magensäure (Reflux). Gekennzeichnet ist er durch harte, schmerzhafte Hustenattacken ohne Auswurf. Nicht auszuschließen sind schwerere Erkrankungen der Atemwege (Keuchhusten, Tuberkulose, Bronchialkarzinom, Sodbrennen).

Belastend ist, dass der Reizhusten in den Nachtstunden auftritt. Er raubt den Schlaf, am Morgen ist man abgespannt, müde. Dem Körper fehlt die Möglichkeit der Erholung.

Im Gegensatz dazu bildet der „produktive“ Husten, zähen Schleim und wirft ihn aus. In der überwiegenden Anzahl der Fälle ist er auf Infektionen mit Viren oder Bakterien zurückzuführen.

Wie beugt man gegen trockenen Reizhusten vor?

Die Bezeichnung Reizhusten weist bereits darauf hin. Es ist eine Reizung der Atemwege durch verschiedenste Ursachen. Solange diese nicht beseitigt sind, reagiert der Organismus mit Versuchen, sie loszuwerden.

Das kann Tage, Wochen, ja Monate dauern. Im Verlauf leidet der Patient zunehmend an Schmerzen, krampfartigen Zuständen, trockenem Hals und Rachen.

Reizhusten ist in der überwiegenden Anzahl der Fälle, die Vorstufe eines viralen oder bakteriellen Infektes. In der Frühphase ist die Schleimbildung nicht möglich, er bleibt deshalb unproduktiv.

Am Beginn steht die Vermeidung aller Konstellationen, die diesen Hustenreflex auslösen, wie:

  • verschmutzte Luft
  • Schadstoffbelastungen unterschiedlicher Art
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Tabakrauch (aktiv, passiv)
  • Eindringen von Fremdkörpern (fest,flüssig, gasförmig)
  • Belastung des Sprechapparates über Gebühr
  • Stress, Anspannung

Wie lindert man Reizhusten, welche Hausmittel sind zu empfehlen?

Klarerweise ist es ursachenabhängig, welcher Weg der Linderung und Behandlung zu wählen ist. Ausgehend von Infekten, der Mehrzahl der Fälle, sind alle Mittel, die den Reiz lindern, abklingen lassen, von Vorteil. Ein Griff in Großmutters Hausapotheke fördert Bekanntes und Hilfreiches zu Tage. Husten ist kein Phänomen der Neuzeit, unsere Vorfahren litten ebenso darunter.

  • Bereiten Sie sich eine wohltuende Tasse mit behaglich warmem Tee Kamille, Fenchel, Salbei haben sich bei trockenen, gereizten Schleimhäuten bestens bewährt.
  • Ein Löffel Honig, um den Geschmack zu verstärken und den Tee zu süßen, ist die optimale Abrundung.
  • Honig wirkt generell antientzündlich. Täglich ein bis zwei Löffel im Mund zergehen lassen, beruhigt die Nerven und löst Spannungszustände, die ihrerseits wieder zu Verkrampfungen in den Atemwegen führen
  • Die ätherischen Öle der Zwiebel wirken ähnlich wie ein „normaler“ Hustensaft und stillen den Reizhusten.

Gegen die störenden, nächtlichen Hustenanfälle ist ein warmer Brustwickel, getränkt mit Knoblauchsirup, Zwiebelsaft oder Kamille äußerst hilfreich. Die Wärme beruhigt die Nerven, ätherische Öle lindern den Reiz. Gönnen Sie sich diese Minuten der Kontemplation und Ruhe. Eine entspannte, hustenfreie Nacht ist die Belohnung dafür.

Fazit und Zusammenfassung trockenen Husten beruhigen

Wesentlich ist das Bewusstsein, dass trockener Husten eine Schutzfunktion des Organismus ist. Diese Hustenanfälle sind symptomatisch. Den Ursachen auf den Grund zu gehen, zu eruieren, ob nicht eine schwerere Erkrankung im Körper steckt, von der er sich mit dem Husten befreien will, vermeidet spätere langwierige Therapien oder gar den Status „chronisch“.

Steht ein viraler Infekt als Ursache fest und ist im Abklingen, geht der Husten vom produktiven Status in den unproduktiven über, tritt die Schutzfunktion in den Hintergrund. Je länger dieser, nun trockene Husten, anhält, desto stärker ist die Reizung der Schleimhäute.

Falls mit Hausmitteln keine Linderung zu erreichen ist, ist der Griff in den Medikamentenschrank sinnvoll. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Husten einen chronischen Status bekommt, die Schädigung der Schleimhäute zunimmt. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker: ein Ratschlag von großer Wichtigkeit.

Auch interessant