19. September 2018
Weimar

Waffen und Mähdrescher

Gewerbegebietsfest Kromsdorfer Straße in Weimar

Die industrielle Geschichte der Klassikerstadt begann auf dem heutigen Gelände des Weimar-Werkes. Vor 120 Jahren wurde mit der Waggon-Fabrik und dem späteren Landmaschinen-Kombi­nat Weimar-Werk der Grundstein für den industriellen Maschinenbau an der Ilm gelegt. Heute präsentiert sich der Standort als modernes Industrie- und Gewerbegebiet mit innovativen Betrieben verschiedener Branchen.

 Am 22. September, zwischen 10 und 16 Uhr, können sich Weimarer und Gäste beim Tag der offenen Tür selbst ein Bild von der erfolgreichen Entwicklung machen. Insgesamt 17 Unternehmen öffnen ihre Türen und präsentieren Produkte und Dienstleistungen. Erleben können Besucher Hubschrauberrundflüge, Schnupperklettern, einen Überschlagsimulator, Fahrzeugausstellungen, Maschinenvorführungen und Fahrzeugfolierungen oder Feuerwehrtechnik in Aktion.

 Zu einem Gewerbegebietsfest gehören auch Informationen rund um Jobs, Berufsbilder, Ausbildungsberufe und Karrieremöglichkeiten. Diese erhalten Gäste in gebündelter Form bei den Unternehmen oder den Infoständen von der Agentur für Arbeit, der IHK Erfurt und dem Grone-Bildungs­zentrum. Mit Spiel- und Kreativ­angeboten für die Kleinen wird der Tag zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Für eine bequeme Anreise sorgt ein kostenfreier Bus-Shuttle vom Goetheplatz über den Hauptbahnhof ins Gewerbe­gebiet Kromsdorfer Straße und zurück. Das ausführliche Programm ist auf www.weimar.de/gewerbegebietsfest sowie bei den teilnehmenden Firmen zu finden. ­

Ab 9.30 Uhr steht ein kostenfreier und halbstündlich fahrender Bus-Shuttle zur Verfügung: Er startet am Goetheplatz und fährt über den Hauptbahnhof ins Gewerbegebiet Kromsdorfer Straße.

Ein Standort mit Tradition feiert

Der Name »Weimar- Werk« steht für einen wichtigen Teil der Wirtschaftsgeschichte der Klassikerstadt. Der ehemalige Großbetrieb ist für viele Bürger eng mit ihrem eigenen beruflichen Lebensweg verbunden. Das Areal in Weimars Nordosten hat sich in den letzten Jahrzehnten erfolgreich weiterentwickelt.

Die Geschichte des Gewerbegebietes
Begründet als Waggon-Fabrik im Jahre 1898 kann das ehemalige Weimar-Werk-Gelände im Nordosten der Stadt auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken und hat sich bis heute zu einem bedeutenden regionalen Standort des Maschinen- und Anlagenbaus im wirtschaftlichen Kooperationsraum Weimar und Weimarer Land entwickelt.

Nach 1989 gelang es, aus dem ehemaligen Kombinatsbetrieb heraus mehrere Unternehmen auszugründen, die neue Märkte mit innovativen Produkten eroberten. Neben Firmen aus der Metallbranche sind auch Betriebe aus den Bereichen Kunststoffe, Groß- und Einzelhandel, Nahrungsmittelproduktion, Verpackungen, Recycling sowie verschiedene Dienstleister und Bildungsträger ansässig geworden.

Im Jahre 1998 feierte das »Weimar-Werk« sein 100-jähriges Bestehen. Bis 2003 wurden seit diesem Jubiläum 14,5 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung der Infrastruktur des Standortes investiert. Investoren stehen nun erschlossene Grundstücke bis zu einer Größe von 25 000 Quadratmeter zur Auswahl.

Schlaglichter
1898: Gründung der Waggon-Fabrik Weimar AG, erster großindustrieller Betrieb der Stadt, Produktion von Güterwagen
1914: Beginn der Rüstungsproduktion
1919: Produktion von Personen- und Güterwagen
1939: Gustloff-Werke, nationalsozialistische Industriestiftung (Waffenproduktion)
1946: als Teil der Reparationsleistungen in das Eigentum der UdSSR überführt
1952: Volkseigentum unter der Firmierung VEB Waggonbau Weimar
1953: VEB Mähdrescherwerk Weimar (Landmaschinenproduktion)
1954 – 1962: und 4000 Arbeitskräfte beschäftigt
1970: VEB Weimar-Kombinat
1979: Kombinat Fortschritt, bis 1988 rund 6000 Beschäftigte
nach 1989: Ausgründung mehrerer selbstständiger Unternehmen aus dem ehemaligen Kombinatsbetrieb wie Hydrema Baumaschinen GmbH, Weimar-Werk GmbH, KET Weimar Handelsgesellschaft mbH oder Wesoma GmbH
1998: Jubiläum 100 Jahre Industriestandort Weimar Werk, Spatenstich zur infrastrukturellen Erschließung des Standortes
1998 – 2003: nvestition von rund14,5 Millionen Euro in Leitungsnetze (Gas, Elektro, Wasser, Abwasser, Wärme) und Straßennetz
2003: Abschluss der Erschließung, Vermarktung der Gewerbeflächen über die TLG Immobilien GmbH
2006: Neubau Feuerwehr
2008: Gewerbegebietsfest aus Anlass des 110-jährigen Jubiläums, 35 Unternehmen mit rund 800 Arbeitskräften arbeiten hier
2014: Ansiedlung Standort Containerdienst Pfaffe GmbH
2015: Umsiedlung Formen Cars in die Kromsdorfer Straße
2017: Einweihung der Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins
2018: Gewerbegebiet feiert 120-jähriges Jubiläum, 31 Unternehmen mit rund 830 Mitarbeitern wirtschaften hier.

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