30. Mai 2019
Weimar

Weckrufe von Greta und Rezo. TA-Leserseite vom 28. Mai

Die Lesermeinung von Herrn Ludwig hat mich vom Hocker gehauen. Er meint sinngemäß, dass Greta und ihre Anhänger als Schulverweigerer letztendlich im Jobcent landen, denn kein Arbeitgeber hätte Interesse an einer aufsässigen Belegschaft. Genau dass unterscheidet die Jugend, welche für Veränderungen kämpft, von den Alten, immer nach dem Motto „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“.

Wenn die Belegschaften weiter kuschen, bleibt es dabei, dass fast jeder Vierte für Niedriglohn unter zehn EURO in der Stunde arbeitet. Niedrige Löhne werden vor allem dort gezahlt, wo sich die Beschäftigten nicht zur Wehr setzen können oder wollen. Ende 2018 waren 45,01 Mio. Bürger*innen erwerbstätig, aber davon sind nur 5.9 Mio. in einer Gewerkschaft. Die Gewerkschaft kann nicht helfen, wenn die Beschäftigten nicht bereit sind, selbst für ihre Rechte zu kämpfen.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht von Jahr zu Jahr immer weiter auseinander. Der Lebensstandart bei vielen Bürger*innen sinkt ständig und seit 1972 starben mehr Menschen als Kinder geboren wurden, denn Kinder sind ein Armutsrisiko. Nur meckern und enttäuscht sein und aus Frust AfD wählen ist keine Lösung.

Die jungen Demonstranten Fridays for Future (Freitags für die Zukunft) – Wir streiken, bis ihr handelt, halten uns den Spiegel vor. Sie haben die fast 150 Jahre alte Internationale verinnerlicht: „Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun, uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!“

Auch interessant