20. April 2021
Weimar

Weimarer Dirigierstudent assistiert an Niederländischer Philharmonie und Nationaloper

Giuseppe Mengoli wird persönlicher Assistent von Lorenzo Viotti in Amsterdam

Giuseppe Mengoli (Foto: Clara Evens)

Weimar. Es gab 300 Bewerbungen aus aller Welt, aus denen zwölf Kandidat*innen nach Amsterdam zum Auswahldirigieren eingeladen wurden. Am Ende setzte sich der 27-jährige Weimarer Dirigierstudent Giuseppe Mengoli durch, der nun als persönlicher Assistent des Chefdirigenten Lorenzo Viotti bei der Niederländischen Philharmonie und der niederländischen Nationaloper wirken darf. Der Bachelorstudent der Klasse von Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar übernimmt diese Position für die Spielzeit 2021/22.

Bemerkenswert dabei ist, dass Mengolis künftiger „Chef“ Lorenzo Viotti selbst ein Absolvent der „Weimarer Dirigentenschmiede“ ist – und dass er sein Amt als neuer Chefdirigent des Nederlands Philharmonisch Orkest und De Nationale Opera ebenfalls im Herbst 2021 antritt, nachdem er einige Jahre lang das Orquestra Gulbenkian in Lissabon geleitet hat.

„Lorenzo Viotti hat angekündigt, seinen Assistenten so effektiv und intensiv wie möglich zu fördern und ihm einen tiefen Einblick in die Arbeit eines Chefdirigenten zu ermöglichen“, erzählt Giuseppe Mengolis Weimarer Hauptfachprofessor Nicolás Pasquet. „Ich freue mich sehr für diese fantastische Chance, die er damit erhält, sich auf hohem Niveau weiterzubilden!“ Zu den Aufgaben des persönlichen Assistenten gehören u.a. die Vorbereitung und Mitwirkung bei Proben mit Orchester und Sängerensemble, Planungen, Strategietreffen und Projektmanagement.

Giuseppe Mengoli bezeichnet seinen Erfolg in Amsterdam als einen Wendepunkt in seinem Leben: „Es ist der Beginn eines Weges, der die Lehren meiner fantastischen Lehrer mit einer vollständigen Erfahrung im Theater (Oper, Sinfonie, Kammerorchester) verbindet.“ Erstmals sei er als damaliger Geiger des Gustav Mahler Jugendorchesters dem Dirigenten Lorenzo Viotti begegnet, der das Orchester auf einer Tournee geleitet hatte: „Ich konnte seine großartigen Fähigkeiten erkennen, genau den Klang zu produzieren, den er im Orchester haben möchte.“

Der in Italien geborene Giuseppe Mengoli wurde zunächst als Geiger und Komponist ausgebildet, bevor er 2019 ein Dirigierstudium an der Weimarer Musikhochschule in der Klasse von Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik begann. Er sammelte Orchestererfahrungen u.a. im Konzerthausorchester Berlin, im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, im Gustav Mahler Jugendorchester und im Tschaikowsky Festival Orchestra.

Mengoli spielte als Geiger unter Dirigenten wie Iván Fischer, Valery Gergiev, Daniel Harding sowie Herbert Blomstedt und konzertierte in großen Häusern wie der Berliner Philharmonie, dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam und dem Mariinsky-Theater. In jüngster Zeit gastierte er als Konzertmeister bei der Filarmonica Toscanini in Parma, agierte als Solist und Dirigent der Berliner Camerata in Berlin und Mailand und wurde von der Jenaer Philharmonie eingeladen, als Solist Schostakowitschs 1. Violinkonzert zu interpretieren.

Giuseppe Mengoli (Foto: Clara Evens)

 

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