Das Thüringer Ringkampfjahr beginnt in Greiz - meinanzeiger.de
8. Januar 2020
Zeulenroda-Triebes

Das Thüringer Ringkampfjahr beginnt in Greiz

In der Ostthüringer Kreisstadt gehen am 18. Januar gehen die Landesmeisterschaften im griechisch-römischen Stil über die Matten

Routinier Thomas Leffler vom gastgebenden RSV Rotation Greiz ist amtierender Thüringenmeister in der 97-kg-Klasse. Foto: Gerd Zeuner

Dort, wo die Mannschaftskampfsaison für die Vereine des Thüringer Ringer-Verbandes am 21. Dezember 2019 mit dem Abschluss der Bundesligasaison endete, beginnt auch das neue Wettkampfjahr: In der Sporthalle An der Eisbahn in Greiz-Aubachtal werden am 18. Januar 2020 um 10 Uhr die Thüringer Meisterschaften im griechisch-römischen Stil angepfiffen.

Gekämpft wird in fünf Altersklassen, den Männern (Geburtsjahrgang 2002 und älter) sowie der A-, B-, C- und D-Jugend. Die jüngsten startberechtigten Sportler, die D-Jugendlichen, sind in den Jahren 2010 oder 2011 geboren.

Im Vorjahr fanden die Titelkämpfe des Landes in dieser Stilart in Altenburg mit 139 Teilnehmern statt. Erfolgreichster Verein war damals mit 27 Startern und 123 Punkten der AV Jugendkraft/Concordia Zella-Mehlis. Der RSV Rotation Greiz konnte zwar mit acht Meistertiteln einen mehr als das Team aus dem Thüringer Wald erkämpfen, kam aber mit 23 Startern nur auf 97 Punkte und belegte vor Apolda, Jena, den sächsischen Gästen vom RSV Plauen und Sömmerda Platz zwei. In diesem Jahr ist mit ähnlichen Teilnehmerzahlen und Platzierungen zu rechnen.

Bereits eine Woche später werden die Einzelmeisterschaften des Landes in Apolda mit den Freistilringern fortgesetzt und am 7. März kommt es zur Durchführung der Landesmeisterschaften der Jugend E und D im freien Stil und den Titelkämpfen der weiblichen Schüler und weiblichen Jugend in der alten Ringerhochburg Albrechts.

Neues Präsidium am Start

Bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende November vorigen Jahres wurde das Präsidium beim Thüringer Ringer-Verband neu gewählt. Das verdienstvolle langjährige Präsidiumsmitglied Lutz Zimmermann aus Eisenach, der in der letzten Wahlperiode als Präsident fungierte, musste auf Grund gesundheitlicher Probleme zurücktreten. Zum neuen Präsidenten wurde Bela Olah aus Apolda gewählt. Als Vizepräsidentin Sport und in Personalunion als Frauenreferentin ist Susanne Wrensch aus Pößneck tätig. Der aus Bad Salzungen stammende und lange Zeit bei der ZSG Waltershausen in verschiedenen Positionen tätige Ronny Jurke übernimmt das Amt als Vizepräsident Verbandsentwicklung. In dieser Position leitet er unter anderem bei allen Einzelwettkämpfen in Thüringen das Wettkampfbüro und sorgt dafür, dass zeitgleich mit dem Abschluss der Kämpfe alle Resultate im Internet abrufbereit sind.

Der neue Präsident des Thüringer Ringer-Verbandes, Bela Olah (links), die Vizepräsidentin Susanne Wrensch und Vizepräsident Ronny Jurke (rechts) mit den amtierenden Thüringer Meistern vom RSV Greiz, Joel Wrensch (2.v.l.) und Lucas Hanke.            Foto: Gerd Zeuner

Allen drei Vorstandsmitgliedern wird eine große Nähe zur Basis nachgesagt. Sie sind bei fast allen Wettkämpfen in Thüringen präsent – auch bei den Bundesligakämpfen in Greiz, was bei ihren Vorgängern nicht gerade eine Selbstverständlichkeit war – und halten so ständigen Kontakt zu den Machern im Nachwuchsbereich vor Ort. Denn zu tun gibt es bei den Thüringer Ringervereinen einiges. Der Landesverband ist nicht nur von den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als Uwe Neupert und Hartmut Reich im freien Stil Welt- und Europameister wurden und auch zahlreiche Griechisch-römisch Ringer wie Klaus-Peter Göpfert, Fredi Albrecht oder Thomas Horschel für internationale Medaillen sorgten, sondern auch von den ersten beiden Jahrzehnten im wiedervereinigten Deutschland leistungsmäßig weit entfernt. Konnten die Sportler im ersten Jahrzehnt nach der Wende noch durchschnittlich fast 16 Medaillen bei deutschen Titelkämpfen erringen und von 2001 bis 2011 noch mehr als zwölf, waren es im Jahr 2019 nur noch sechs Plaketten, die errungen wurden. Eine solche Entwicklung ist allerdings in zahlreichen Sportarten und Verbänden zu beobachten und eng mit dem Stellenwert des Sportes in unserer Gesellschaft verbunden.

Nachwuchsleistungssport im Fokus

Beim Thüringer Ringer-Verband sind Landestrainer Hartmut Reich und Stützpunkttrainer Kay Taubert für das Training am Sportgymnasium Jena und die Anleitung der Vereine beim Nachwuchsleistungssport verantwortlich. Hartmut Reich setzt bei den Nominierungen für internationale Wettkämpfe im Jahr 2020 auf die beiden U23-Sportlerinnen Anne Nürnberger (Teilnehmerin bei WM und EM der Junioren 2018 und 2019) und Eyleen Sewina (Junioren-Vizeeuropameisterin 2018) und hofft bei den Jungs vor allem auf Erfolge bei deutschen Meisterschaften der A-Jugendlichen Malte Guthmann (Apolda) sowie dem Altenburger Nori Opiela, der bei den Mannschaftskämpfen für Greiz aktiv war. Auch die Olympiateilnehmerin von 2016 Maria Selmaier, die jetzt für Apolda startet, hat noch eine Chance, sich für die EM 2020 zu qualifizieren. Die in den letzten Jahren mit guten Leistungen bei deutschlandweiten Turnieren in den Vordergrund getretenen Jugendlichen der Altersklassen C und D werden genauso wie einige gleichaltrige Mädchen noch einige Zeit brauchen, um in die nationale Spitze aufzuschließen. Talente, die die richtige Führung benötigen, sind jedenfalls vorhanden.

Weitere Highlights

Ein weiterer wichtiger sportlicher Höhepunkt im Freistaat Thüringen sind die mitteldeutschen Meisterschaften der Junioren und der B-Jugend in beiden Stilarten am 29. Februar in Jena, der nur noch von den deutschen Meisterschaften der Jugend B, die vom 27. bis 29. März in Zella-Mehlis stattfinden, übertroffen wird.

(Von Erhard Schmelzer)

Update: Bildergalerie von den Meisterschaften – hier klicken!

 

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